Software für die Digitale Transformation kann man nicht kaufen, nur selbst bauen

8. August 2024

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Full Flamingo

Jeden Tag sind wir damit konfrontiert: Alles wird digital, digitaler, digitalisiert oder digital transformiert. Vom Busticket bis zur Musiksammlung. Von der Buchhaltung bis zum Personalwesen.

Gleichzeitig fühlen wir, dass an vielen Stellen Fortschritt immer schneller wird und an anderer Stelle die digitalen Bemühungen nicht ins Rollen kommen. Privat genauso wie für Unternehmen.

Unternehmen fühlen kontinuierlich einen diffusen Druck der Digitalen Transformation und wollen dabei sein und sie nicht verpassen.

Aber was heißt das eigentlich genauer? Welche Optionen hat ein Unternehmen überhaupt?

Absolut fundamental dafür ist die Position, die ein Unternehmen in der Digitalen Transformation spielt, spielen will und spielen kann. Genau darum geht es in diesem Artikel!

Klare Positionierung zur Digitalen Transformation braucht klare Begriffe

Die Begriffe Digitalisierung und Digitale Transformation werden gerne und häufig verwendet. Und oft nicht genau unterschieden. Oft werden sie auch wechselseitig austauschbar verwendet. Das hat den großen Nachteil, dass damit oft nicht gut ausgedrückt wird, was „digital“ wird und was die Konsequenzen sind.

Deshalb wurde vor einiger Zeit im Kontext des Aufbaus von „Digital Design“ als Gestaltungsprofession auch eine klare Begriffsdefinition geprägt. Dabei zeigt sich, dass die beiden deutschen Begriffe Digitalisierung und Digitale Transformation nicht ganz ausreichen. Es ist geschickter 3 Abstufungen zu unterscheiden, weswegen wir hier bei den englischen Begriffen bleiben:

  • Digitization: Technologie ändert Medien und Daten mit Digitalen Produkten
  • Digitalisierung: Technologie ändert Märkte und Industrien mit Digitalen Prozessen
  • Digitale Transformation: Technologie ändert Wirtschaft und Gesellschaft mit Digitalen Geschäftsmodellen

Eine ausführlichere Erläuterung mit Beispielen findet ihr im Webinar „Aufbruch zu Digitalen Ökosystemen“ und könnt dort direkt im passenden Moment reinspringen . Wenn du lieber lesen als zuhören willst, dann lies hier nach.

Die Welt aus Sicht eines Unternehmens besteht aus zahlreichen digitalen Lösungen für die unterschiedlichsten Zwecke und mit unterschiedlichster Herkunft der Lösungen:

  • Digitale Lösungen für Unterstützungszwecke bis zum absoluten Kerngeschäft
  • Digitale Lösungen, die einfach Off-the-Shelf einkauft werden bis hin zur Eigenentwicklung

Genau an dieser Stelle stellt sich die Frage der Positionierung zur Digitalen Transformation:

Möchte dein Unternehmen aktiv gestalten mit dem Anspruch, weitreichende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft mit Digitalen Geschäftsmodellen anzustoßen? 

Digitale Transformation braucht aktiven Einsatz

Ein Unternehmen profitiert nur dann so richtig von der Digitalen Transformation, wenn es sie aktiv mitgestaltet. Und das erfordert ein sehr klares Ziel, wie das eigene Unternehmen mit Digitalen Lösungen klare Vorteile und Mehrwerte für Wirtschaft und Gesellschaft bieten möchte.

Dafür muss dein Unternehmen unbedingt eigene Software entwickeln. Es funktioniert nicht, Standardsoftware einzukaufen und damit einen riesigen Impact auf die Kunden und die Welt da draußen haben zu wollen. 

Es geht nur mit klarer Differenzierung und echten Mehrwerten. Im besonders erfolgreichen Fall wird dann aus der Digitalen Transformation sogar eine Digitale Disruption.

Natürlich kann ein Unternehmen auch erfolgreiches Geschäft betreiben ohne eigene Software zu entwickeln (vor allem kleinere Unternehmen z.B. im Handwerk). Es wird aber immer schwieriger, ohne die Innovationskraft von Software wettbewerbsfähig zu bleiben und ein skalierendes Business aufzubauen.

Jedes Unternehmen sollte überlegen, wie es eine aktive Position in der Digitalen Transformation einnehmen kann. Und aktiv gestalten. Und die Software, die es dafür braucht, kann man nirgends kaufen, sondern nur selbst entwickeln.

Digitale Transformation braucht Digital Design

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten als Unternehmen zur Digitalen Transformation beizutragen. Und dafür Digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, die einen starken Impact auf Wirtschaft und Gesellschaft haben.

Aber keine dieser Möglichkeiten fällt vom Himmel oder drängt sich auf. Es reicht nicht, „was mit Digitaler Transformation“ oder „ein digitales Geschäftsmodell“ machen zu wollen. 

Das Wichtigste ist ein klar gefasstes Problem, das man als Unternehmen lösen möchte und mit dem man echten Mehrwert für die Kunden bietet. Solche Möglichkeiten zu entdecken und wirklich klar auszugestalten ist genau die Stärke und der Anspruch der Disziplin des Digital Design.

Auch wenn am Ende eine Digitale Lösung unabdingbarer Teil der Digitalen Transformation ist, so sollten die Überlegungen nie mit der Technologie starten. Technologie ist ein Enabler und Mittel zum Zweck. Aber nie ein Selbstzweck.

Zentraler Gestaltungsansatz ist es, nicht einfach die alte Welt wie sie ist in der digitalen Welt abzubilden. Wird zwar gerne versucht, ist aber so gut wie immer keine gute Idee. Die Kunst besteht darin, Dinge anders zu machen, manche Dinge gar wegzulassen und dabei voll die Möglichkeiten von „digitalen Materialien“ auszuschöpfen.

Auch wer Großes vorhat, muss die große Vision so in kleinere Schritte zerlegen, dass überhaupt ein Start möglich wird. Und damit heißt es dann: ab an den Start. Ausprobieren, testen, lernen, besser machen, größer machen.

Digitale Transformation braucht das Risiko

Unternehmen, die aktiv an der Digitalen Transformation mitwirken wollen, müssen aber nicht nur zielgerichtet eigene Software gestalten und bauen.

  • Digitale Transformation braucht hinreichend Zeit und Geld. Digitale Transformation gelingt nur abseits des üblichen Trotts, der von Quartal zu Quartal denkt. Weil etablierte Unternehmen aber genau darauf seit vielen Jahren optimiert sind, ist es schwer, daraus auszubrechen. Und es gibt keinen Return on Invest nach 6 oder 12 oder 18 Monaten.
  • Unternehmen müssen die Bereitschaft mitbringen, sich als Unternehmen auch zu ändern. Ein Unternehmen kann nicht nach außen großen Impact auf Wirtschaft und Gesellschaft haben, wenn es intern so bleibt, wie es war.

Diese Punkte machen klar, dass ein echter Beitrag zur Digitalen Transformation nur möglich ist, wenn das Top-Management auch dahintersteht und das Unternehmen in dieser Richtung positioniert und antreibt. Das sollte aber eigentlich selbstverständlich sein, wenn die Chance besteht, großen Impact auf Wirtschaft und Gesellschaft zu haben. Mit allen daran geknüpften Erfolgsaussichten!

Du hast eigene Erfahrungen gemacht zur Positionierung eures Unternehmens in der Digitalen Transformation? Schreib sie uns gerne in die Kommentare.

Matthias & Marcus

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